Großer Kampf gegen den Tabellenführer

Im Spitzenspiel der Regionalliga Ost gastierte am Samstag der ungeschlagene Tabellenführer VC Gotha beim VSV Oelsnitz. Die Thüringer wurden ihren Favoritenrolle gerecht und siegten am Ende verdient mit 3:0. Das Spiel war jedoch keinesfalls so deutlich wie es das Ergebnis vermuten lässt. Die Oelsnitzer hielten vor rund 280 Zuschauern sehr gut mit und boten packende Ballwechsel. Am Ende siegte einfach die größere Erfahrung der Gäste. Mit 9 Punkten bleiben die Sperken auf Platz 3 der Tabelle. In einer der Satzpausen wurde Daniel Schwind verabschiedet. Er spielte 5 Jahre beim VSV und war in dieser Zeit zum Hauptangreifer und Punktegarant avanciert. Er hängte im Sommer die Volleyballschuhe an den Nagel und kümmert sich fortan mehr um die Familie und seine Tätigkeit als Trainer.

 VSV Oelsnitz – VC Gotha 3:0 (20:25, 23:25; 22:25)

Ohne die Verletzten André Möckel und Eric Schannwell begann der VSV in diesem Spiel zum ersten Mal mit drei seiner Neuzugänge in der Startformation. Die beiden 2m-Hünen Franz Masur und Martin Mocker zogen dabei die Oelsnitzer Durchschnittsgröße deutlich nach oben. Dies sollte gegen die großgewachsenen Gäste nicht unbedingt von Nachteil sein.

Die Teppichstädter gingen als klarer Außenseiter in die Partie und begannen daher unbekümmert und mit der vorgegebenen Aufschlagtaktik. Dies zeigte auch gleich Wirkung, die Gäste hatten sichtliche Probleme im Spielaufbau. Dies nutzten die Gastgeber zu zahlreichen Ball- und Punktgewinnen. Beim 7:12 musste VC-Coach Jörg Schulz seine Männer zum Rapport in die Auszeit bitten. Er schien die richtigen Worte gefunden zu haben, denn nun schlugen die Thüringer deutlich aggressiver auf und waren auch im Block und der Abwehr präsenter. Der VSV-Annahme unterliefen nun einige direkte Ballverluste, der Vorsprung schmolz Punkt für Punkt. Auch zwei Auszeiten konnten nun den Lauf der Gäste nicht stoppen, der Satz ging mit 25:20 an Gotha.

Im zweiten Satz bekamen die Zuschauer einen offenen Schlagabtausch geboten, beide Teams nahmen sicher an und zeigten sehenswerte Angriffe. Beim 9:9 dann eine kurze Schwächephase der Hausherren, diese sorgte für Verunsicherung im Verlauf dieses Satzes. Immer wieder unterliefen nun kleinere Fehler, die Gothaer zogen auf 24:18 davon und hatten mehrere Satzbälle. Doch die Sperken kamen noch einmal zurück ins Spiel, mit guten Aufschlägen und hervorragender Abwehr und Blockarbeit wurde der Rückstand Punkt für Punkt verkürzt. Dies nötigte den VC zu zwei Auszeiten, erst beim 24:23 verwandelten die Gäste mit etwas Glück den Satzball zum 25:23.

Im dritten Satz stieg die Fehlerquote im Oelsnitzer Spiel noch einmal ein wenig an, so konnten die Gäste einige leichte Punkte durch Aufschläge einfahren. Die Thüringer hingegen leisteten sich kaum Fehler, mit ihrer hervorragenden technischen und athletischen Ausbildung waren sie den Hausherren individuell überlegen. Vor allem der Erstligaerfahrene Marcel Herrmann nutzte seine Möglichkeiten und war vom Oelsnitzer Block kaum zu stellen. Die Sperken mussten sich dennoch nicht verstecken, wenn die Annahme gelang, dann schlugen auch die Bälle im Gothaer Feld krachend ein. Am Ende sollte sich jedoch die Routine und Abgeklärtheit der Gäste durchsetzen, 25:22 holen sich sie auch diesen Satz.

Die Oelsnitzer zeigten eine engagierte Leistung, es wurde aber auch deutlich dass gegenüber solch routinierten Mannschaften noch einiges fehlt. Dennoch kann man ein positives Fazit ziehen, denn die Integration der neuen jungen Spieler geht gut voran. Dies braucht einfach seine Zeit, diese Zeit haben und nehmen sich die Sperken auch. Wenn dann noch so packende Spiele herausspringen, dann schmerzt auch die Niederlage gegen diesen Gegner nicht. In dieser Form sind die Gothaer von keinem Team der Regionalliga zu schlagen, der Staffelsieg nur reine Formsache.

Die Oelsnitzer haben nun eine Woche Spielpause, am 23. November geht es zum Chemnitzer PSV.

VSV Oelsnitz spielte mit: Franz Damaschke, Jürgen und Matthias Hanitzsch, Alexander Krug, Jonas Lange, Franz Masur, Martin Mocker, Tim Neuber, Stefan Rossbach, Thilo Schmalfuß, Sascha Singer