Angsthasenvolleyball bringt keine Punkte

Im Spitzenspiel der Regionalliga Ost unterlagen die Oelsnitzer Volleyballer am Samstag beim Ohrdrufer SV mit 1:3. Es war eine absolut unnötige Niederlage, denn die Sperken besiegten sich eigentlich selbst. Vor allem im Angriff ließen sie die Durchschlagskraft vermissen, zahlreiche Fehler ließen kein Selbstvertrauen aufkommen. Das Spiel war keinesfalls hochklassig, beide Teams agierten sehr fahrig. Besonders die Verletzung des Ohrdrufer Zuspielers sorgte bei den Gastgebern für eine deutliche Verlangsamung des Spiels, davon ließen sich die Oelsnitzer anstecken und schafften es nicht die Kontrolle über die Partie zu gewinnen. So unterlagen sie am Ende verdient gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber.    

Ohrdrufer SV – VSV Oelsnitz 3:1 (25:21, 25:21; 19:25; 27:25)

Mit 11 Spielern und voller Enthusiasmus reisten die Oelsnitzer nach Ohrdruf, sie freuten sich auf eine stimmungsvolle Halle und ein spannendes Match. Den Auftakt bildeten jedoch zahlreiche Fehler im eigenen Spielaufbau und der allgemeinen Bewegung im Feld. Die Lockerheit des Erfurt-Sieges stellte sich nicht ein, vielmehr war deutlich die Angst vor Fehlern zu spüren. Die Gastgeber machten es besser, spielten unbekümmert und angetrieben vom lautstarken Publikum munter drauf los. Sie lagen ständig knapp in Führung und zwangen den VSV beim 10:12 zur ersten Auszeit. Dies sollte wirken, die Sachsen wirkten nun konzentrierter und entschlossener. Gute Aufschläge von Kapitän Alexander Krug brachten die OSV-Annahme ins Wanken, zahlreiche Ballgewinne in der Abwehr konnten in Punkte umgemünzt und eine 16:13-Führung erzielt werden. Die Halle wurde etwas ruhiger und Oelsnitz schien nun im Spiel amgekommen. Beim 21:19 dann plötzlich ein Bruch im Spiel. Es ging nichts mehr, die Annahme wackelte und ließ keinen geordneten Spielaufbau zu. Zudem landeten die wenigen Angriffe im Block oder Netz. Völlig konsterniert verloren die Sperken den Satz mit 21:25. 

Auch eine schnelle 2:0-Führung im 2. Satz sollte keine Sicherheit bringen, die Oelsnitzer Annahme war zu ungenau um ein variables Spiel aufzubauen. So ging es nur über die Außenpositionen, dort scheiterten die VSV-Angreifer immer wieder im Block. Schnell zeigte die Anzeigetafel eine 7:3-Führung für die Hausherren. Sascha Singer kam für den glücklosen Eric Schannwell im Diagonalangriff, André Möckel brachte mit seiner Erfahrung etwas Ruhe und Ordnung ins Spiel. Nun schlugen die Vogtländer gut auf und zwangen die OSV-Männer zu hohen Angriffen. Jetzt zeigten die Gäste dass auch sie gut blocken können, dem 8:8-Ausgleich folgte die 14:11-Führung. Doch nach einer OSV-Auszeit fielen die Sachsen wieder in ein Leistungsloch und sahen sich plötzlich einem 14:16-Rückstand gegenüber. Dramatisch wurde es beim 23:21. Der Zuspieler der Gastgeber verletzte sich schwer am Fuß und musste vom Feld getragen werden. Die Hausherren verkrafteten den Schock jedoch ausgezeichnet, sie nutzten die Oelsnitzer Annahmeschwächen zum 25:21-Satzsieg. 

Der OSV musste nun umstellen, der einzige Auswechselspieler – eigentlich ein Angreifer – musste nun zuspielen. Damit war klar, Ohrdruf konnte nahezu nur noch mit hohen Angriffen über die Außenpositionen agieren und war damit deutlich berechenbarer. Doch die Gastgeber machten dies richtig clever, fanden immer wieder Lücken im Oelsnitzer Block oder schlugen ihn gekonnt an. Die Sperken schafften es nicht Profit aus dieser misslichen Lage des Gastgebers zu schlagen, sie produzierten weiter zu viele Fehler, vor allem mit Aufschlägen verschenkten sie die Punkte freizügig. Erst nach einer Auszeit beim 14:17 war endlich mehr Konzentration und Siegeswillen zu spüren. Franz Damaschke kam im Zuspiel für Tim  Neuber und brachte damit frischen Wind ins VSV-Spiel. Jetzt wurden die Schwächen aus der Verletzung konsequent genutzt und durch gute Block- und Abwehrarbeit ausgeglichen und kurz darauf der Satz mit 25:19 gewonnen. 

Nun sollte es doch endlich aufwärts gehen und das Drehen es Spiels gelingen. Weit gefehlt, denn die Sperken unterlagen erneut enormen Leistungsschwankungen. Immer wieder sorgten Annahmefehler für leichte Punkte des OSV, 15:10 führte dieser bereits. Zahlreiche Wechsel fruchteten erst mit den platzierteren Aufschlägen. Zwei gute Serien von Blockpunkten und toller Abwehrarbeit bedeuteten zunächst die 18:15- und kurz darauf die 23:17-Führung. Der Tiebreak schien nun eigentlich eine beschlossene Sache zu sein, doch der VSV versagte nun im Angriff völlig. Trotz perfekter Annahme gelang es nicht den 24. Punkt zu erzielen. Die Hausherren kratzten jeden Ball vom Boden und raubten dem VSV-Angriff den letzten Nerv. Erst beim 23:23 gelang endlich ein erfolgreicher VSV-Angriff. Doch die OSV-Männer wollten nun mehr, sie wehrten den Satzball ab und erspielten sich beim 25:24 den ersten Matchball. Diesen wehrten die Gäste noch ab, den zweiten beim 26:25 setzten sie jedoch in den Block. Nun brachen beim OSV alle Dämme, sie bejubelten den Lohn ihrer kämpferischen Leistung. 

Die Oelsnitzer fanden in keiner Phase des Spiels zu ihrem Leistungsvermögen, vor allem im Angriff fehlte die Durchschlagkraft. Hinzu kamen immer wieder Schwächephasen in der Annahme. Mit einer derart schwachen Leistung geht man in Ohrdruf verdient als Verlierer vom Feld. Schon am kommenden Wochenende können es die VSV-Männer besser machen, sie empfangen in eigener Halle den USV TU Dresden.

VSV Oelsnitz spielte mit: Franz Damaschke, Jürgen und Matthias Hanitzsch, Alexander Krug, Jonas Lange, Franz Masur, André Möckel, Tim Neuber, Thilo Schmalfuß, Eric Schannwell, Sascha Singer