Rekordkulisse zum Rückrundenstart

Für die Regionalliga-Volleyballer des VSV Oelsnitz begann die Rückrunde am Samstag mit einem absoluten Spitzenspiel. In der Sporthalle Oelsnitz war der ungeschlagene Tabellenführer VC Dresden II zu Gast. 400 Zuschauer wollten sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen und sorgten von Beginn an für absolutes Gänsehautfeeling. Diese Welle der Begeisterung trug die Sperken zur 2:0-Satzführung, doch wie schon im Hinspiel sollte diese Führung nicht zum Matchgewinn reichen. Die Dresdner drehten die Partie und bleiben nach dem 3:2-Sieg weiterhin ungeschlagen an der Tabellenspitze. Die Oelsnitzer liegen mit sechs Punkten Rückstand weiterhin auf Rang zwei der Tabelle.

VSV Oelsnitz - VC Dresden II 2:3 (25:21; 25:21; 23:25; 17:25; 10:15)

Die Oelsnitzer Sporthalle war ausverkauft und das Publikum sollte für sein Kommen durchaus belohnt werden. Die Kulisse war absolut bundesligatauglich und spornte die beiden Kontrahenten zu Höchstleistungen an. Es entwickelte sich sofort ein offener Schlagabtausch mit einer leichten Führung der Gäste. Dann erschwerte Franz Masur mit guten Aufschlägen den Spielaufbau der Gäste, mehrfach konnte der Oelsnitzer Block zupacken und eine 12:9-Führung erspielen. Die Hausherren waren jetzt im Spiel angekommen und spielten wie im Rausch. Es wurde um jeden Ball gekämpft, die eigenen Angriffe wurden hervorragend gesichert und so ergaben sich immer wieder Punktchancen die konzentriert verwandelt wurden. So ging der erste Satz unter dem Jubel der Fans hoch verdient mit 25:21 an die Sperken.

Im zweiten Satz blieben die VSV-Männer ihrer Linie treu. Es wurde gut aufgeschlagen und es wurden sich kaum eigene Fehler geleistet. Die Elbestädter zeigten sich sichtlich beeindruckt vom selbstbewussten Auftreten der Hausherren und natürlich der stattlichen Kulisse. Die Oelsnitzer schwammen auf dieser Woge der Begeisterung und waren vor allem im Block und Aufschlag weiter Spiel bestimmend. Die Gäste hatten erneut mit 21:25 das Nachsehen.

Im dritten Satz ließ die Oelsnitzer Konzentration nach und die Leichtigkeit war dahin. Zahlreiche Fehler im Aufschlag sorgten für leichte Punktegewinne der Gäste und gaben diesen gehörigen Auftrieb. Die Vogtländer indes mussten sich jeden Punkt hart erkämpfen, denn der Dresdner Block stand nun immer besser und es wurde für die VSV-Angreifer immer schwerer Punkte zu erzielen. Vor allem durch die etwas schlechtere Annahme war es kaum möglich die Mittelangriffe einzusetzen, dies machte das Oelsnitzer Spiel durchschaubar. Der hohe Block der Gäste wusste das immer wieder gekonnt zu nutzen. Ständig knapp in Führung liegend holten sich die Landeshauptstädter mit 25:23 den Satzanschluss.

Es kam wie es kommen musste, bei den VSV-Männern lähmten die Erinnerungen an das Hinspiel die ersten Aktionen im nächsten Satz. Vor allem die Annahme war zu Beginn des Satzes sehr ungenau und machte es Zuspieler Tim Neuber sehr schwer seine Angreifer vor lösbare Aufgaben zu stellen. Der Dresdner Block war immer wieder zur Stelle und die Gäste erspielten sich eine deutlich 13:6-Führung. Jetzt setzte sich die Erfahrung der Erst- und Zweitligaerfahrenen Akteure beim VC Dresden II durch. Sie nutzten jede kleine Lücke im Oelsnitzer Block und sorgten mit einem klaren 25:17 für den Satzausgleich.

In den folgenden Tiebreak gingen die Gäste mit einem klaren psychologischen Vorteil der beiden zuletzt gewonnenen Sätze. Beim VSV wackelte erneut die Annahme und die Angriffe konnten nicht in Punkte umgewandelt werden. Auf dem VSV-Feld spürte man beim 2:7 eine gewisse Ratlosigkeit, eine Auszeit sollte neuen Mut und Schwung bringen. Die Oelsnitzer Fans waren nun zur Stelle und versuchten den VSV-Sechser aus dem mentalen Loch zu holen. Dies sollte teilweise gelingen, die Annahme stabilisierte sich und es wurden endlich wieder Punkte erzielt. Doch es sollte nicht mehr reichen um den Satz zu drehen, denn die Gäste agierten absolut selbstsicher und fehlerlos. Sie nutzten die körperlichen und technischen Vorteile  gekonnt aus und machten mit einem 15:10 den Sack zu.

Das Spitzenspiel hielt über weite Strecken was es versprach. Beide Teams machten mit tollen Angriffen, krachenden Blocks und akrobatischen Abwehraktionen Werbung für diesen schönen Sport. Ein großer Dank geht an diese unglaubliche Kulisse, in vielen Hallen der ersten und zweiten Bundesliga sucht man solch eine Stimmung vergebens. Auch wenn es am Ende nicht dazu reichte dem Spitzenreiter die erste Saisonniederlage beizufügen, die Oelsnitzer boten dennoch eine tolle Partie und zeigten dass sie zurecht zu den Spitzenteams der Liga zählen. Am kommenden Samstag geht es zum SV Chemnitz-Harthau, das nächste Heimspiel ist am 24. Januar gegen die TSG Markkleeberg.    

VSV Oelsnitz spielte mit: Franz Damaschke, Jürgen und Matthias Hanitzsch, Alexander Krug, Franz Masur, Andre Möckel, Stephan Preußner, Tim Neuber, Eric Schannwell, Thilo Schmalfuß, Sascha Singer