VSV Oelsnitz holt sich im Spitzenspiel die Tabellenführung

Am Samstag empfing der VSV Oelsnitz in ausverkaufter Halle vor 420 Zuschauern den VSV Jena. Diese Partie kündigte sich schon länger als absolutes Gipfeltreffen an, sodass die Jenaer einen Fanbus generieren konnten, um zu dieser einzigartigen Kulisse beizutragen. Damit war alles angerichtet für eines der größten Highlights der Vereinshistorie und dies spiegelte sich auch im Spiel wieder. Nach knapp zwei Stunden ging der VSV überglücklich als Sieger vom Feld, welchen sie frenetisch mit den Zuschauern zusammen feierten.

VSV Oelsnitz – VSV Jena 3:1 (25:13; 28:30; 25:19; 25:23)

Beide Teams wussten, dass ein guter Start in Satz eins wichtig für das weitere Spielgeschehen sein würde. Von Anfang an nahmen die Sperken die Stimmung im Publikum auf und erspielten sich mit kämpferischen Aktionen zunehmend Punkte. Die Gäste zeigten sich jedoch ungewohnt beeindruckt, agierten nervös und zwangen Trainer Schumann früh bei Spielständen von 5:2 und 11:4 zu einer Auszeit. Diese zeigten aber absolut keine Wirkung und die Teppichstädter spielten wie aus einem Guss. Besonders das wahnsinnig hohe Aufschlagniveau, gepaart mit guter Block-/ Abwehrarbeit ließ den Jenaern kaum Aussicht auf Punkteerfolge. Somit ging Satz eins deutlich mit 25:13 an Oelsnitz.

Spieler und eingefleischte Fans auf beiden Seiten waren sich jedoch bewusst, dass sich dieses Szenario wie in Satz eins auf keinen Fall so zum ersten Mal abgespielt hat. Die letzten vier Partien gewannen allesamt der VSV Jena, wobei sie in allen vier Begegnungen mit 0:1 zurücklagen. Auch dieses Mal fanden die Lichtstädter besser in den zweiten Spielabschnitt. Sie erhöhten den Aufschlagdruck und stabilisierten zunehmend ihre Annahme, um vorrangig schnell über die Außenposition zu punkten. Auf Oelsnitzer Seite konnte der Aufschlagdruck von Satz eins nicht aufrecht erhalten werden und die Annahme wackelte zunehmend. Die kämpferische Leistung auf Seite der Hausherren stimmte aber weiter, sodass die Partie bis zum 15:18 Rückstand noch eng gestaltet werden konnte. Doch dann gelangen den Gästen drei Punkte in Folge und die Sperken standen beim 15:21 mit dem Rücken zur Wand. Genau das schien aber bei den Oelsnitzern neue Kräfte freizusetzen. Tim Neuber brachte mit klug platzierten Flatteraufschlägen die Gästeannahme ins Wanken, die gepaart mit guter Blockarbeit den Ausgleich zum 21:21 erzwangen. In Folge entwickelte sich eine echte Nervenschlacht, in der gerade die Teppichstädter mehrere Satzbälle leichtfertig herschenkten. Genau diese genannte Leichtfertigkeit nutzten die Gäste eiskalt aus und nutzten ihren Satzball zum 30:28.

In Satz drei konnten die Hauherren leider nicht sofort den unglücklichen Satzverlust abschütteln. Trainer Alexander Krug sah sich deshalb schnell beim Stand von 2:5 zu einer Auszeit gezwungen. Die Oelsnitzer hatten nun wieder zunehmend die Köpfe frei und nahmen den Jenaern Stück für Stück die Punkte aus ihrer eigenen Annahme weg. Folgerichtig erfolgte die Auszeit der Gäste bei 15:17 Rückstand ihrerseits. Davon zeigten sich die Sperken jedoch unbeeindruckt, sodass der dritte Spielabschnitt souverän mit 25:19 gewonnen werden konnte.

Satz vier zeigte dann ein Wechselbad der Gefühle. Zum Anfang waren es die Teppichstädter, die beherzt im Block zugriffen und eine 6:1 Führung verbuchen konnten. Die Freude darüber hielt jedoch nur kurz, da schon beim Stand von 8:9 ein Führungswechsel hingenommen werden musste. Besonders der zweitligaerfahrene Außenangreifer Jannis Koch auf Seiten vom VSV Jena spielte sich in einen Rausch und war im Angriff kaum zu stoppen. Zur Mitte des Satzes liefen die Teppichstädter einen drei Punkte Rückstand hinterher, gegen den sie sich aufopferungsvoll stemmten. Besonders die beiden Mittelblocker Stephen Sehr und Franz Masur sorgten mit ihren Blockpunkten für eine Aufholjagd, die sich in eine 19:18 Führung ummünzte. Im Anschluss kam dann die große Zeit von Ex Jena Spieler und Diagonalangreifer Falko Ahnert. In Satz zwei noch mit unglücklichen Angriffsaktionen bei Satzbällen, verwandelte er jetzt schwierige Bälle im Angriff und holte sich einen wichtigen Einerblock zum 24:22. Den ersten Matchball verteidigte Jena dann noch, um sich anschließend beim gezielten Angriff von Franz Masur geschlagen geben zu müssen. Der VSV Oelsnitz behielt die Nerven und gewinnt den letzten Satz mit 25:23 und damit das Spiel.

Das Spitzenspiel hat seinen Namen alle Ehre gemacht. Es war eine Partie auf sehr hohem Regionalliganiveau, bei der sich Spieler und Verantwortliche einig waren, dass der VSV Oelsnitz die bessere Mannschaft war. Oelsnitz zeigte ein wahnsinnig gutes Blockverhalten, gepaart mit  stabiler Annahme und daraus resultierendem schnellen Angriffsspiel. Dadurch verschafften sich die Teppichstädter ein drei Punkte Polster auf Jena. Bei noch verbleibenden vier Spieltagen hat der VSV Oelsnitz drei davon auswärts. Lediglich der letzte Spieltag am 25. März gegen den DSSV Dresden findet vor heimischer Kulisse statt. Dort soll zusammen mit den treuesten und besten Fans der Liga ein hoffentlich guter Saisonabschluss gefeiert werden.

VSV Oelsnitz spielte mit: Falko Ahnert, Martin Mocker, Franz Damaschke, Sascha Singer, Stephan Preußner, Sascha Claus, Stephen Sehr, Jürgen Hanitzsch, Yves Heinig, Eric Schannwell, Tim Neuber, Franz Masur