VSV Oelsnitz feiert vor heimischer Kulisse, trotz knapper Heimniederlage im letzten Saisonspiel, den Meistertitel in der Regionalliga Ost.

Die erste Herrenmannschaft des VSV Oelsnitz feierte gestern, im letzten Spiel der Saison, vor einer unglaublichen Kulisse von 440 Zuschauern die Meisterschaft in der Regionalliga Ost und damit den „größten Erfolg in der Vereinsgeschichte“.

VSV Oelsnitz – Dresdner SSV 2:3 (20:25, 25:18, 25:22, 18:25, 8:15)

Der Oelsnitzer Anspruch war vor Spielbeginn klar definiert: „Wir wollen zum letzten Heimspiel der Saison, gemeinsam mit unseren treuen Fans, den Meisterschaftspokal nach Hause holen!“ - da war sich die Mannschaft einig.

Der erste Satz begann aus Sicht der Teppichstädter eher suboptimal. Die Mannschaft  aus Dresden legte von Beginn an ein hohes Tempo vor und spielte Volleyball auf einem sehr hohen Niveau. Es waren vor allem die wuchtigen und präzise platzierten Aufschläge von Sebastian Langula, welche die Oelsnitzer Annahmereihe schwer ins Straucheln brachte. Es gelang unserem Startsechser lange Zeit nicht, die Bälle zu entschärfen und genau auf Zuspieler Tim Neuber umzulenken. Außerdem fehlte es den Lokalmatadoren im ersten Satz noch an Durchsetzungsvermögen im Angriff und der in den letzten Spielen häufig präsente Block konnte oft nicht formiert werden. So spielten die Dresdner munter auf und zogen Punkt um Punkt davon. Es machte den Anschein, als ob die Oelsnitzer ein Déjà-vu aus dem Hinspiel ereilen würde, welches die Gäste damals für sich entschieden. Sollte der Traum von der Meisterschale schon im ersten Satz zerplatzen? Nein, denn den Sperken gelang es sich im letzten Satzdrittel wieder auf das Ziel zu fokussieren und immer besser ins Spiel zu kommen. Zwar war der Vorsprung des Dresdner SSV im ersten Satz bereits zu hoch geworden und ging schlussendlich mit 20:25 an die Gäste, aber die Oelsnitzer Herren hatten ihre Motivation und Spielfreude gefunden und waren gewillt, diese in den folgenden Sätzen auch zu demonstrieren.

Gleich zu Beginn des zweiten Satzes gelang es, die eigene Fehlerquote zu minimieren und sich auf die alten Stärken zu besinnen. Oelsnitz und Dresden spielten nun endlich auf gleichem, hohem Niveau Volleyball mit spannenden Ballwechseln, die auch die Zuschauer begeisterten. Der treue Trommler Michael „Manolo“ Schnurre gab den Takt vor, die gesamte Halle zog mit und pushte die Oelsnitzer weiter nach vorn. Vieles, was im ersten Satz nicht funktionierte, konnte nun wesentlich besser umgesetzt werden. Die Annahme harter Sprungaufschläge gelang, das Angriffsspiel wurde cleverer, der Block formierte sich wieder ordentlich und auch die Feldabwehr agierte endlich wieder dynamischer. So waren es im zweiten Satz die Gäste, die ins Wanken gerieten und am Ende mit 25:18, aus Oelsnitzer Sicht, deutlich das Nachsehen hatten.

Der dritte Satz begann ähnlich wie der Vorherige. Die Akteure auf dem Spielfeld zeigten sich auf beiden Seiten in Bestform. Oelsnitz führte fast den kompletten Satz mit einem soliden Vorsprung von fünf bis sechs Punkten. Der Traum vom Meistertitel rückte in greifbare Nähe. Doch im Verlauf dieses Satzes zeigte sich, dass das Spielen mit solch hoher Dynamik und Flexibilität sehr kräftezehrend ist. Zwischen tolle Ballwechsel mischten sich nun auch unsaubere Aktionen bei beiden Mannschaften. Besonders technisch fehlerhafte Zuspiele wurden vom Schiedsgericht des Öfteren geahndet. Der Schlendrian schlich sich bei den Hausherren mit aufs Feld. Dies bemerkten die Dresdner und nahmen am Ende nochmal Fahrt auf. Besonders der ehemalige Erstliga-Spieler Tino Walter machte den Sperken das Leben schwer und versenkte hart geschlagene Bälle in der Oelsnitzer Spielfeldhälfte. Dank des zu Satzbeginn erspielten Punktepolsters konnten die Männer des VSV den dritten Satz jedoch mit 25:22 für sich entscheiden. In diesem Moment ging ein Raunen durch die Reihen. Aus einer zuverlässigen Quelle erfuhr Franz Damaschke, dass die direkten Konkurrenten, der VSV Jena, im Kampf um den Meisterschaftstitel, gegen den Erfurter VC lediglich mit 3:2 gewann. Damit wusste die VSV-Mannschaft bereits zu diesem Zeitpunkt - Es war vollbracht! Mit zwei gewonnenen Sätzen war ein Punkt sicher. Dieser reichte aus, um den Pokal ins Vogtland zu holen.

Nichtsdestotrotz sollte natürlich ein Sieg im letzten Spiel, dieser Saison die Krone aufsetzen. Diesen Plan wollten die Dresdner jedoch merklich vereiteln. Sie spielten im vierten Satz wieder wesentlich konzentrierter als die Oelsnitzer und waren konsequenter in der Chancenverwertung. Leider konnten auch die Auszeiten von Trainer Alexander Krug die Mannschaft nicht mehr wach rütteln. Es wurde relativ früh klar, das Spiel würde im Tie-Break entschieden werden. Schlussstand des vierten Satzes war 18:25 für die Gäste aus der Landeshauptstadt.

Der fünfte und letzte Satz des Spiels verdeutlichte wieder einmal, wer den besseren Start in den verkürzten Satz erwischt, hat am Ende meist die Nase vorn. Wie gern hätten die Oelsnitzer ihre Fans und sich mit einem Sieg belohnt. Leider wurde viel zu schnell klar, dass dieser Wunsch unerfüllt bleiben würde. Auch im letzten Spiel der Saison konnte der VSV Oelsnitz seine schlechte Tie-Break-Quote nicht verbessern. Die sympathischen Gäste zeigten nochmals deutlich ihre spielerischen Qualitäten und hatten den längeren Atem. 8:15 lautete der Spielstand am Ende des fünften und letzten Satzes.

Die Sperken verloren somit zwar die Schlacht um das letzte Spiel der Saison, gewannen aber, mit etwas Beihilfe des VSV Jena, den Krieg um die Tabellenführung in der Regionalliga Ost. Dieser Triumph wurde im Anschluss ausgiebig mit den Fans gefeiert. Ob die Mannschaft das Aufstiegsrecht in die 3. Liga wahrnimmt wird in der kommenden Woche entschieden. Der Verein wird seine Fans und alle Interessierten informieren, sobald eine Entscheidung getroffen wurde.

Der VSV-Oelsnitz bedankt sich herzlichst bei allen Sponsoren, Fans und Fürsprechern, dank deren Hilfe dieses großartige Ergebnis maßgeblich mitgestaltet wurde und verabschiedet sich hiermit in die Sommerpause.

Der VSV Oelsnitz spielte mit: Falko Ahnert, Martin Mocker, Franz Damaschke, Sascha Singer, Stephan Preußner, Sascha Claus, Stephen Sehr, Jürgen Hanitzsch, Yves Heinig, Eric Schannwell, Tim Neuber, Franz Masur